Mir lag es ja schon öfter in den Fingern, einen Beitrag zu Arianes wundervollem Projekt Stadt, Land, Liebe zu schreiben. Leider habe ich das bisher zeitlich nicht hinbekommen und ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich diesen Monat alle Aufgaben schaffen werde. Aber eine Aufgabe musste ich einfach machen! Und zwar die Aufgabe Heimweh statt Fernweh. Wonach sehnst du dich, wenn du längere Zeit weg von deinem Zuhause bist?
Als Austauschschülerin kann ich euch natürlich eine Menge Sachen aufzählen, die ich vermisse, wonach ich mich sehne und was ich direkt machen möchte, wenn ich wieder zu Hause bin. Zehn Monate in einer fremden Kultur leben sind nicht immer einfach und ich war überrascht, wie viele Dinge ich zu vermissen begonnen habe, die ich nie vermutet hätte.Ich dachte, ich erzähle hier einfach mal ein bisschen, was ich so vermisse, woran ich mich gewöhnen musste und vielleicht auch von Sachen, die nicht so typisch sind... Bilder habe ich leider nicht so viele dazu, ihr werdet schon merken, wieso ;)
- Als allererstes vermisse ich natürlich meine Familie! Ich denke, das ist ein Punkt, den jeder verstehen kann. So sehr sie dir auf die Nerven gehen, wenn du bei ihnen bist, du merkst erst in der Ferne, wie wichtig sie tatsächlich für dein alltägliches Leben sind, wenn du nicht mehr bei ihnen bist! Manchmal sehne ich einfach nur nach einer Umarmung meiner Mama oder nach einer Streiterei mit meinem Bruderherz...
- Die zweite Sache, die ich in den ersten zwei Monaten meines Auslandsaufenthaltes sehr vermisst habe, ist eine funktionierende Dusche! Klingt komisch... War es auch in gewisser Weise. In meiner ersten Gastfamilie war die Dusche kaputt. Die ersten zwei Wochen habe ich immer bei Nachbarn oder bei Verwandten geduscht, bis es dann Ende September glücklicherweise hieß, unsere eigene Dusche sei repariert. Denkste, es gab entweder kaltes Wasser oder kochend heißes und dann habe ich lauwarmes Wasser zusammengemixt in einem Eimer und mir das mit einem Becher über den Kopf gegossen. Leider habe ich davon keine Fotos, aber es ging dann so weit, dass ich jede Nacht von funktionierenden Duschen geträumt habe...
Auch zum alltäglichen Leben gehörten übrigens Stromausfälle (gerne auch mehrmals am Tag) und Wasserausfälle, der Rekord war sechs verdammt lange Stunden kein Wasser... - Wenn man aus einer relativ kleinen Stadt kommt, so wie ich, fährt man normalerweise Fahrrad. Ich bin immer Fahrrad gefahren, überall hin und ich war glücklich damit! Das Fahrrad fahren hat mir Energie für die Schule gegeben, mich nach einem langen Tag durchatmen und entspannen lassen auf dem Weg nach Hause, ich habe mich wohl gefühlt, weil ich fit war, ohne groß etwas dafür zu tun. Das ist jetzt anders! In Istanbul ist Fahrrad fahren lebensmüde. Aud Drahteseln sieht man höchstens wahnwitzige Kinder in den entlegendsten Stadtteilen, ansonsten ist ja schon einfach so die Straße überqueren ein Abenteuer! So sehr habe ich mich gefreut, als ich auf den Prinzeninseln das erste Mal seit acht Monaten wieder auf einem Fahrrad saß...
Ich hoffe, euch hat meine kleine Erzählung von meiner Gefühlslage in einem fremden Land gefallen.
Danke an Ariane für das Projekt! :)
Liebe Grüße,
Malika


Oh ich weiß genau was du meinst, ich denk dann auch mehr an düstere Schlösser und Tannenwälder und Nebel :D Leider nicht, nein, aber wir wären fast zu so einem Schloss gefahren wo der angeblich mal gewohnt haben soll, haben wir zeitlich aber nicht mehr geschafft :/
AntwortenLöschenBut all this will stay in your heart, cutie! ♥
AntwortenLöschenWir werden all diese Momente, Monate, Lacher, Tränen und unsere Erfahrungen nie vergessen, werden sie sorgfältig in eine kleine Kiste packen, verschließen und in unserem Herzen verstauen, austauschen gegen das Stück, was wir hier gelassen haben. Dann und wann werden wir die Kiste rausholen, durch Bilder und verstaubte Erfahrungen wühlen, uns an die schöne Zeit erinnern, zurückblicken, glücklich lächeln um sie dann doch wieder zu verstauen. Solange wir nie vergessen...
der text ist so schön, das mit der Familie verstehen ich total, das mit der dusche ist lustig und auch wenn es in dieser zeit lästig war, ist es im nachhinein ein interessante geschichte über das leben und das mit dem Fahrrad fahren, weil man in einer Kleinstadt wohnt, kenne ich nur zu gut und eigentlich ist das wirklich toll
AntwortenLöschenwieder einmal danke für deine Kommentare und ja, es war ganz normalle Alufolie
das mit dem Krankenhaus hört sich cool an, aber ist doch egal, wenn die anderen komisch gucken, ich meine, die leute wirst du wahrscheinlich nicht so schnell wieder sehen und man hat schließlich nur ein leben, um sich so oft zu blamieren wie es geht, haha
Liebst, Carolin
PS: Nicht schlimm, wenn du nicht so schnell antwortest. Ich meine, es gibt Dinge die wichtiger sind, als halbfremden Leuten im Internet zu antworten. Leben zum Beispiel. Oder noch besser: in der türkei leben, haha. Also nur keinen Stress;)
Haha, tolle Punkte und sehr schöner und wahrer Text! Das mit der Dusche hätte ich eigentlich auch aufschreiben können, bzw. nicht unbedingt "eine funktionierende Dusche", sondern eher: "Heißwasser und eine Heizung"! Es ist so grandios, aus der Kälte in eine warme Wohnung zu kommen... und morgens warm zu duschen, hach :D
AntwortenLöschenDanke auf jeden Fall fürs Mitmachen, und für die Verlinkung! Freut mich wirklich sehr, dass du Zeit gefunden hast, die Aufgabe war ja auch prädestiniert für dich :)