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Dienstag, 11. Juli 2017

Geburtstagsgedanken

Heute habe ich Geburtstag und ich glaube, so einen seltsamen Geburtstag habe ich noch nie erlebt.
Ich befinde mich an einem Traumstrand. Alleine. Niemand weiß von meinem Geburtstag. Es könnte wunderschön sein. Und ich vermisse etwas.
Ich bin jetzt 19 Jahre alt. Seitdem ich 15 bin, blogge ich hier mit kleineren oder größeren Pausen zwischendurch. Ich nehme mir meinen Geburtstag zum Anlass, darüber nachzudenken, wer ich bin. Was ich mag. Was mein Leben ausmacht. Was ich im letzten Jahr so gemacht habe. Ein kleiner Schwung aus meinem Leben, ein bisschen #monatsgelaber. Mein letzter #monatsgelaber-Beitrag ist 11 Monate her. Damals habe ich geschrieben, dass ich meinen 18. Geburtstag gefeiert habe. Irre, wie schnell die Zeit vergeht!

JETZT
Jetzt sitze ich an einem Strand in Tansania. Ich war die vergangenen Monate rastlos, immer unterwegs. Das letzte Mal für länger als drei Wochen zu Hause war ich im April vergangenen Jahres. Der Strand ist schön und dennoch erfüllt er mich nicht so, wie er es vielleicht vor ein paar Monaten getan hätte. Ich atme tief durch. Ich spüre: Es ist Zeit, wieder Ruhe und Ordnung in mein Leben zu bringen. Wieder ein festes Zuhause zu haben. Ich bin bereit dazu.

DAVOR
Direkt nach dem Abi war ich weder bereit zu studieren, noch in Deutschland zu bleiben. Statt wie viele andere ein Jahr Work&Travel zu machen oder ein FSJ im Ausland, entschied ich mich für diverse Praktika. Mein individuelles Work&Travel sozusagen. Nach einem Reisesommer führte mich mein erstes Praktikum in den Norden Ghanas. Ich habe es dort geliebt, weit ab von dem ohnehin spärlichen Tourismus des westafrikanischen Staates. Ich habe auf dem Dorf gelebt, nicht weit von der burkinesischen Grenze entfernt und ich möchte keine Minute missen. Meine Zeit in Ghana war sehr intensiv. Ich bin sehr dankbar für diese drei Monate, die sich angefühlt haben wie ein ganzes Leben und gleichzeitig so schnell vorbei waren.
Im Dezember wieder zurück in Deutschland, habe ich kurzentschlossen ein Kurzpraktikum in der Obdachlosenhilfe gemacht. Die Adventszeit mit den obdachlosen Menschen hat mir sehr viel bedeutet, ebenso wie das gemeinsame Heiligabend feiern und meine seitdem nicht endenen Besuche, wenn ich mal wieder in meiner Heimatstadt bin.
Für Silvester und den ganzen Januar ging es dann nach Tansania. Mein Lieblingsmensch wohnt zur Zeit dort und ich habe ihn besucht und bin fünf Wochen durch's Land gereist. Ein kleiner Abschnitt dieser Reise war auch verantwortlich dafür, dass ich jetzt wieder in Tansania bin: Ich habe ein Praktikum in einem Beach Resort angeboten bekommen.
Zwischendurch hieß es jedoch nochmal Deutschland. Für drei Monate habe ich in Berlin gelebt und gearbeitet.
Und jetzt, jetzt bin ich wieder in Tansania. Seit sieben Wochen schon, fünf weitere folgen noch.

BALD
In Deutschland bleibe ich nur kurz, den zum Studium geht es nach Schottland. Ich werde ab September "International Relations and French" in Aberdeen studieren.
Ich bin meistens ein ziemlich fröhliches Mädchen. Ich liebe Reisen über alles und träume jetzt schon wieder davon, noch mehr von der Welt zu entdecken, auch wenn ich erstmal wieder einen Alltag haben möchte.

Ich habe versucht, mir in den letzten Tagen bewusst zu machen, was mich glücklich macht. Nicht die großen Dinge. Sondern kleine Dinge. Alltagsdinge. Und vielleicht doch größere Dinge. Sachen, die so viel ausmachen.

WAS MICH GLÜCKLICH MACHT
Mein Lieblingsmensch. Frisches Obst. Sonnenstrahlen. Festgehalten werden und kuscheln. Tee. Fahrrad fahren. Zucchini und Avocado. Palmen. Laufen. Blätter rascheln.

ZIELE
Mein größtes Ziel für mein kommendes Lebensjahr ist es, Balance zu finden. Balance zwischen den Dingen, die ich liebe und Dingen, die getan werden müssen. Balance zwischen em Gefühl des Glücks, welches in meiner Brust zerspringt, weil es eigentlich zu groß ist für ein kleines Persönchen wie mich und er alles einnehmenden Verzweifelung und Traurigkeit, die mich manchmal überrollt. Himmeloch jauchzend zu Tode betrübt. Ich möchte wieder bewusster jeden Tag leben. Ich weiß, das ist eine Lebensaufgabe. Und ich bin glücklich, sie in Angriff zu nehmen.

Das letzte Jahr hat mich sehr geprägt. Wie eigentlich jedes Jahr. Und doch glaube ich, dass mein 18. Lebensjahr etwas ganz besonderes war. Weil es für sich alleine stand. Es ist kein Teil meiner Schulzeit oder des Studiums. Es steht ganz alleine. Es ist ein Jahr, was sich in tausend besonderen Momenten und Erinnerungen widerspiegelt. Ich habe mich darin sehr wolgefühlt. Und ich bin bereit, es gehen zu lassen. Auf ein Neues! 

Donnerstag, 4. August 2016

Meergeräusche

Ich schäme mich ein bisschen, dass momentan nur Montasrückblicke kommen. Das wird im August anders, versprochen! Der Juli war irgendwie so kurz, dass ich auch erst jetzt (und immerhin ist der August schon vier Tage alt) mitbekomme, dass er rum ist. Habe ich irgendwie nicht so ganz mitbekommen. Na ja, ging ja auch alles sehr schnell.
GEFÜHLT
Sand zwischen meinen Zehen.

GEFEIERT
Meinen 18. Geburtstag. Direkt zweimal. War witzig! 

GEBANGT
Ob mein Pass, den ich ganz normal (ohne Einschreiben oder so) nach Berlin geschickt hatte, auch tatsächlich ankommt. Hat aber alles geklappt!

GEGESSEN
Viel zu viel Schokolade und Zucchine in rauhen Mengen. Absolutes Lieblingsgemüse!♥

GESEHEN
Eine großartige Fotoausstellung von Steve McCurry.
ENTDECKT
Meine Liebe zu roter Beete.

GEWESEN
An wunderschönen Stränden in der Bretagne. Entspannung pur!

GELESEN
Dank des zweiwöchigen Familienurlaubs sehr viel, auf etwa 3000 Seiten Buch bringe ich es für die zwei Wochen:
Jean-Claude Izzo - Total Cheops
Jean-Claude Izzo - Chourmo
Jean-Claude Izzo - Solea
Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe
Aravind Adiga - The White Tiger
Michael G. Bauer - Nennt mich nicht Ismael
Michael G. Bauer - Ismael und der Auftritt der Seekühe
Michael G. Bauer - Ismael. Bereit sein ist alles

WIEDERENTDECKT
Harry PotterNein, nicht wegen des achten Bands. Wir haben im Urlaub die ersten beiden Hörbücher gehört. Kann ich immer wieder!

DIE KLEINEN DINGE
Der Geruch von frischem Baguette. Am Atlantik stehen, während die Flut kommt und einfach mal ohne Badezeugs reinspringen. Doppelkopf. Frische Blumen zum Geburtstag.

Freitag, 1. Juli 2016

Sonnenmomente

Der Juni ging ein bisschen so rum wie ein Dezember - ihr wisst schon, ehe man sich's versieht, ist Weihnachten und damit der Dezember auch zu Ende. Lange geplant, darauf hingearbeitet und dann doch überraschend kam der endgültige Abschluss meiner Schulzeit. Meine Entlassfeier, mein Abiball, das eine oder andere Tränchen dann doch. Obwohl ich der Schulzeit nun wirklich nicht hinterher trauere. Immer realer wurden auch meine Pläne für die kommenden Monate - ich freue mich so sehr auf dieses neue Kapitel, welches noch keinesfalls Uni heißen wird!
Nach der ganzen Abifeierei ging es dann mit dem Lieblingsmenschen nach Helsinki und Sankt Petersburg. Eine grandiose Reise! Besonders Sankt Petersburg hat es mir angetan - die Stadt hatte ich bisher noch gar nicht so auf dem Schirm und wurde vollends umgehauen, im positivsten Sinne. Nun ist der Monat schon wieder vorbei - und ich freue mich auf einen hoffentlich sommerlichen Juli!
GEDACHT
"Welche ein Wunder, dass es Sträucher gibt, die jedes Jahr neue Früchte tragen."
"Hier das ist einfach meins!"

GEREIST
Am Anfang des Monats aus Istanbul wiedergekommen, ging es nach Helsinki und Sankt Petersburg, außerdem nach Speyer und Stuttgart.

GELESEN
"Paradiesstraße. Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit" von Ulla Lachauer.  

GEFEIERT
Abi-Abi-Abi-Abitur!!!
VERSCHOBEN
Den Blog. Leider. Aber ich hatte einfach nicht die Ruhe dazu.

GELIEBT
So viele liebe Menschen. Meine Freiheit.

DIE KLEINEN DINGE
Frühstück im Bett. Der spontane Spaziergang um Zeit zu überbücken. Die erste Fahrstunde. Die ersten Johannisbeeren in diesem Jahr. Aquarell malen. Ananas.

Samstag, 4. Juni 2016

Weil ich es liebe.

Der Mai ist vorbei - und damit mein erster so richtig freier Monat. Ein guter Anlass, meine Gedanken etwas zu sammeln. Und den Monat Revue passieren zu lassen. 
Anfang Mai war meine mündliche Prüfung - die schrecklichste Prüfung in der Schule, die ich jemals ablegen musste. Es hat einfach nichts gepasst, weder die Themen, noch die Fragen und schon gar nicht die Prüfer. Um über diese Enttäuschung und das damit verbundene schlechtere Abiresultat hinwegzukommen, habe ich lange gebraucht. Ich kann Ungerechtigkeit nicht ertragen und diese Prüfung war mehr als ungerecht. Doch damit habe ich das Kapitel schulisches Lernen vorerst abgeschlossen - und kann mich auf mein Leben, wie ich es leben möchte konzentrieren. In meinem Fall hieß das: Reisen. Kurz nach der mündlichen Abiprüfung bin ich mit einer Freundin nach Kroatien gefahren. Wir wollten einen entspannten Post-Abitur-vom-Stress-Erholungsurlaub machen, hat - bis auf das Wetter - auch super geklappt! Am Meer lang joggen, den Regen prasseln hören, die raren Sonnenstrahlen am Strand genießen, lange Gespräche führen und viel zu viel Toffifee essen. Das war schön! Pünktlich zur Notenverkündung waren wir dann wieder zu Hause. Und als klar war, dass ich in keine Nachprüfung muss, habe ich am nächsten Tag spontan einen Flug nach Istanbul gebucht. Mit meiner besten Freundin. Ihr mein Zuhause zeigen. Die letzte Woche waren wir also in der Stadt am Bosporus unterwegs. Ich habe diese Mischung zwischen vertrauten Wegen und immer wieder neuen Ansichten unglaublich genossen. Istanbul bleibt einfach meine Stadt. So habe ich den Wonnemonat abgeschlossen. Mit vielen Sonnenstunden, Wassermelone im Park, langen Spaziergängen und Erkundungstouren am Wasser.
VERSCHOBEN
Den Führerschein. Mal wieder. Irgendwie schaffe ich es nicht, dieses Projekt endlich mal abzuschließen oder auch richtig zu beginnen.

GELIEBT
Wir laufen durch Istanbul, um einfach zu leben. Wir reden und atmen nebenbei die Atmosphäre. Kein Sightseeing nötig.

GELACHT
Zwei Urlaube mit zwei verschiedenen Freundinnen - so viel Batterieaufladung geht fast gar nicht. 

GEDACHT
"Genau das ist es, was ich will."

GEPLANT
Meinen Sommer ein Stück weit mehr und das, was danach kommt. Ich bin gespannt und freue mich sehr!
ERLEBT
Eine Woche Kroatien bei (fast) nur Regen. Eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit dort, wie uns von allen bedauernd mitgeteilt wurde. Aber das macht es gerade besonders!

GELESEN
Ich muss ehrlich gestehen, ich sitze immer noch an einem Buch, welches ich bereits im April angefangen habe. "Camus. Das Ideal der Einfachkeit - eine Biografie". Ich finde das Buch mega interessant und würde es gerne lesen, aber Iris Radisch schreibt recht schwer zugänglich und deswegen ist es weder Gute-Nacht-Lektüre, noch kann ich viele Seiten am Stück lesen.

DIE KLEINEN DINGE
Das Waffelfrühstück, selbst gemacht. Der diesjährige perfekte Urlaubstag - nur zu Hause. Der spontane Besuch einer guten Freundin. Nachts mit dem Fahrrad über die Rheinbrücke fahren. Zeit haben.

Samstag, 30. April 2016

Hageln kann es überall

Der April war ein sehr wichtiger Monat für mich. Man schreibt schließlich nur einmal im Leben seine Abiklausuren. April war also vor allem Unmengen von Lernen. Ich nenne es auch gerne Bulimielernen: Man versucht eine Woche lang, alles in seinen Kopf zu prügeln, saugt alles auf, kotzt es bei der Klausur aus und dann ist alles vergessen. So ging das dreimal mehr oder weniger. Jetzt fehlt nur noch die mündliche. Das heißt aber nicht, dass mich der Schulstress völlig im Griff hatte. Dank diverser familiärer Anlässe hatte ich die Gelegenheit, mal wieder so richtig in der Küche zu stehen. Das Resultat? Vier Torten, eine größer und komplizierter als die andere. Und so ein bisschen relaxen, viele Spaziergänge und so. 
GEFÜHLT
Das Gefühl, bei strahlendem Sonnenschein morgens während des Unterrichts über den Schulhof zu laufen, während alle anderen Unterricht haben, ist der Hammer! Einfach, weil du es kannst. Und weil es der kürzeste Weg zur Eisdiele ist.

ERLEDIGT
Deutsch, Geschichte und Englisch done! Hoffentlich nie wieder in der Form. 

GEBACKEN
Und gekocht. Viele leckere vegane Sachen, diese Torte hier und noch drei andere. Die anderen wären sogar vegan geworden, hätte sich die Sojasahne aufschlagen lassen. Aber ganz ehrlich, irgendwann war mir das dann doch zu langwierig, weil es einfach nicht geklappt hat. Vielleicht in einer ruhigen Backsession nochmal.

GEFREUT
Für mein Bruderherz, das jetzt irgendwie ein bisschen erwachsen ist. Und das mir einen super lieben Geschwisterbrief geschrieben hat, der mich - ohne Scheiß - zum Heulen gebracht hat. Mitten in der Kirche während des Konfirmationsgottesdienstes. 

GEDACHT
Ich brauche Sonne! Und endlich mal wieder Sport.

GEGÖNNT
Erdbeeren. Eigentlich noch viel zu früh, ich weiß. Aber als Belohnung der der dritten Klausur konnte ich nicht anders und sie haben mir meine Mittagspause auf der Arbeit am nächsten Tag erheblich versüßt. 

GELESEN
"Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft" von Volker Weidermann

DIE KLEINEN DINGE
Gutes Essen. Der lange Abend am Fluss mit Lagerfeuer. Morgens von der aufgehenden Sonne geweckt werden. Der lange Spaziergang vor dem Frühstück. Und dabei beim Lieblingsmenschen vorbeischauen und ihn wecken. Tulpen. Kirschblüten.

Sonntag, 29. November 2015

Novemberblues

Für mich ist mit dem ersten Dezember unweigerlich der Herbst vorbei. Dann beginnt die Winter- und Weihnachtszeit, egal, was Meteorologen und Kalender so sagen. Vielleicht liegt das daran, dass wir hier im Rheinland noch eine fünfte Jahreszeit haben - die löst den anderswo lang empfundenen Winter dann fröhlich ab. Nun aber erstmal zum Jetzt.
November... Irgendwie hätte ich wissen müssen, dass das kein guter Monat wird! Der November und ich stehen schon seit Jahren auf Kriegsfuß. Obwohl ich nicht darüber nachgedacht hatte, ist es genauso eingetreten. Der November ist bei mir immer ein trauriger Monat, ohne Grund meistens. Ich verzweifle, fühle mich nicht wohl, hinterfrage mein Leben, denke zu viel nach... Und meistens bin ich dazu auch noch krank. 
AUSZÜGE AUS MEINEM TAGEBUCH
"Ich tue mittlerweile Dinge, über die ich mich selbst wunder, bei denen ich selbst nicht weiß, wieso ich sie tue."
"Aber eigentlich sind wir zu jung. Wir haben die Welteroberung noch vor uns."
"Bin ich so wie Tausend andere auf dieser Welt? Ich will Strukturen schaffen, nicht in Schubladen denken, aber zumindest geordnet. Darf ich das überhaupt noch? Und dürfen Menschen denken?"
"Wieso habe ich dann solche Sehnsucht nach der Vergangenheit? Wieso idealisiere ich dermaßen? Vielleicht, weil ich die Vergangenheit schon überlebt habe."

TIPPS FÜR DEN ADVENT 
Den Adventskalender für Auf-den-allerletzten-Drücker-Menschen findet ihr hier. Befüllt mit liebevollen Sprüchen ist das ein echter Hingucker, finde ich! Was ich auch eine total schöne Idee finde, ist diese Tradition. Egal, ob für die Familie, die kleine Schwester... Geschichten zusammen lesen macht immer Spaß!
Außerdem habe ich Pinterest für mch entdeckt - und meine Inspirationswand dort ist momentan auch sehr winterlich. Mein Lieblingsrezept für Zimtschnecken (das ist ein Adventsmuss und eigentlich überhaupt immer!!!) findet ihr hier

LINK 
Ich fand das Interview mit Adele einfach klasse! 

GEDANKE
"I didn't realize it, but the days came along one after another, and then two years were gone, and everything was gone, and I was gone." - F. Scott Fitzgerald
all pictures are taken from tumblr

Samstag, 31. Oktober 2015

Herbstsonne

Ich beschließe gerade, die alten Rubriken in diesem Blog wieder aufleben zu lassen. Da trifft es sich ganz gut, dass heute der letzte Oktobertag ist und ich mal mit "Monatsgelaber" angefangen hatte. Ja, in der einen oder der anderen Form gibt es das zwar auf so gut wie jedem Blog, aber das stört mich nicht. Ich lese solche Beiträge nämlich selbst gerne :)
Ich war im Oktober viel unterwegs, tatsächlich nur 18 Tage zu Hause, wie ich gerade selbst erstaunt feststellen musste. Dadurch war zwar mein Herbstbeginn sehr stressig, aber durchaus toll!

VERSCHOBEN
Eigentlich hatte ich für die Woche, in der ich komplett zu Hause war im Oktober eine vegane Woche wie letzten Frühling geplant. Eine fiese Halsentzündung inklusive fetter Stimmbänderentzündung hinderten mich daran. Ich brauchte heiße Milch mit Honig!

TATSÄCHLICH ERLEDIGT
Ich bin hier wieder aktiver geworden, was vor allem mich sehr freut! Irgendwie habe ich das Bloggen schon vermisst und nachdem ich mich einmal (oder mehrmals überwunden hatte), wieder anzufangen, ging es sogar ganz leicht. Dazu beigetragen hat aber sicherlich auch mein Kranksein, da hatte ich einfach viel Zeit zum Überlegen. 
Und, worauf ich besonders stolz bin: Ich habe tatsächlich schon angefangen mit den Weihnachtsbesorgungen. Etwas, was ich mir fest vorgenommen hatte nach letztem Jahr, da die Adventszeit durch acht Klausuren alles andere als friedlich und harmonisch war und ich es hasse, mir in Eile Geschenke zu überlegen. Dieses Jahr bin ich früher und genieße das richtig.

ERLEBT
Ganz schön viel. Ziemliches Kopfwirrwarr. Und, dass die Liebe ganz schön glücklich machen kann. Liebe und Freude verändert Menschen und das finde ich schön!

GEREIST
Oh, da wird sicherlich nochmal ein Post zu kommen! Dass ich in Berlin war und auch in Hamburg, wisst ihr ja schon. Die komplette letzte Woche durfte ich zudem in Oxford verbringen, eine atemberaubende Stadt! Aber wie gesagt, da kommt bestimmt nochmal etwas zu. 

GELIEBT
Ich habe viel gelesen diesen Monat. Sehr viel. Und es war unglaublich motivierend, mein Lieblingshobby wieder intensiv zu betreiben.

GETRAUERT
Um mein Fahrrad. Es ist quasi tot und ich habe noch keinen Ersatz. Ganz schön blöd, wenn man auf das Fahrrad angewiesen ist, jeden Tag und in allen Lebenslagen... Zumindest bis ich einen neuen Drahtesel habe, wird mich dieser Verlust ganz schön beschäftigen.

GEDACHT
Raubt jemand mit mir eine Bank aus, damit ich mir ein Studium an einem dieser geilen Colleges in Oxford leisten kann??
Und gerade eben: Halloween kann ja so nervig sein! Wieso klingeln die ganzen Kinder nicht wie wir früher an St. Martin, um Lieder zu singen?! Das war wesentlich angenehmer!

Samstag, 31. Mai 2014

Mit Wonne erleben

Ja, ich weiß, der Titel ist nicht so ganz kreativ, wenn es um den Wonnemonat Mai geht. Aber was soll's, es passt und es geht ja auch nicht nur um den Titel ;)
Jaja, der Mai, der wurd mal so richtig schön ausgeschöpft. Ich würde mal sagen, ich habe echt so alles da rausgeholt, was man aus einem Monat rausholen kann, inklusive Krankenhausaufenthalt, Sturm, Gewitter, Erdbeben (jaa, so richtig), Sonne, Meer, Strand (um die drei paradiesischen mal voll zu machen) und letztendlich 1330 Fotos, die darauf warten, sortiert zu werden. jetzt sitze ich hier und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, zu viele Gedanken, die in meinem Kopf umherwirbeln. Na ja, ich fang am besten mal am Anfang an.

ERLEBT 
Sonnentage, Regen mit Weltuntergangsstimmung und zum Schluss ein Erdbeben. Als wäre das andere nicht genug. Ich wohne hier im elften Stock und saß gerade beim Mittagessen, da fängt auf einmal dieses ganze verdammte Haus an zu wackeln. Einfach so. Und dann hört man überall Leute schreien und ein Wettlauf durchs Treppenhaus beginnt. Ganz schön krass.
Ähm ja, auch erwähnenswert: Vor einem Ball weglaufen kann gefährlich sein! Ich blick immer noch nicht ganz durch, wie ich es schaffen konnte, mir dabei das Handgelenk zu brechen. Aber das Krankenhaus hatte eine tolle Aussicht auf's Meer ;)

GELIEBT 
Gänseblümchen, die erste Wassermelone des Jahres , Harry Potter (mal wieder), den Bosporus und das Leben. Einfach zu schön, um wahr zu sein. 

GEREIST 
Für mich ging es Mitte Mai für ein Wochenende nach Eskişehir (Westanatolien), um liebe Freunde zu besuchen und der Erinnerung nachzugehen. Immerhin habe ich da ja zwei Monate mal gelebt. Eskişehir ist eine kleine Studentenstadt, zwei Universitäten prägen das Stadtbild und das Zentrum ist eigentlich ganz süß. Inmitten dieser unzähligen Millionenstädte der Türkei super! Bei der Gelegenheit war ich dann auch mal in Yazılıkaya (Midas-Stadt), was sehr beeindruckend war! Wenn ihr da mal in der Gegend seid, unbedingt hin!

SCHÖNSTES KOMPLIMENT 
"Ali, du bist meine liebste Touristin!" So süß und ich war echt gerührt, als eine Klassenkameradin das zu mir sagte, obwohl ich natürlich längst keine Touristin mehr bin :D

GETRAUERT 
Ich muss es einfach erwähnen: Soma. Laut verschiedenen Zeitungen über 300 Tote im Bergwerk verunglückt. Ein riesengroßer Schock für das Land, das ich so lieben gelernt habe. Drei Tage lang haben wir alle gemeinsam getrauert, fassungslos, wie kann so etwas passieren? und wieder stellt sich die Frage, wie viel Schuld hat hier der Staat? Was ist dieses Land, das politisch schon längst nicht mehr die Republik ist, die sie noch vorzugeben versucht? Ich habe heute ein beeindruckendes Zitat der amerikanischen Journalistin Claire Berlinski gelesen, sie twitterte vor ein paar Tagen: "Having any kind of affectionate feeling for Turkey guarantees heartbreak. Like being in love with a hopeless drunk." (Irgendeine Art von Zuneigung für die Türkei zu haben, garantiert ein gebrochenes Herz. Als wäre man in einen hoffnunglosen Alkoholiker verliebt.) Und während ich das jetzt schreibe (21:05 Uhr türkische Zeit), höre ich auf einmal Topfgeklapper. Trillerpfeifen und in mehreren Fenstern geht das Licht in Dauerschleife an und aus. Heute vor einem Jahr startete der Gezi Protest. Mal sehen, was morgen kommt. 

GELACHT 
Ist schon etwas öfter aufgetaucht, glaube ich. Aber How to be a German ist einfach genial. Besonders mit dem 'Fenster auf Kipp' konnte ich mich gut identifizieren, da ich deswegen schon sehr viele Streitereien hier hatte ;) Ich freue mich schon sehr darauf, das ganze Buch zu lesen, welches mein (Gast-)Bruder zu Weihnachten bekommen hat.

FOTO(S) DES MONATS 
 

Sonntag, 30. März 2014

I chose to be happy

Ich liege auf meinem Bett und esse Mohnkuchen, von dem die Nachbarin eben ein Stück vorbeigebracht hat. Draußen ist ganz wunderbares Wetter, die Sonne scheint, Vögel zwitschern. Irgendwie so richtig idyllisch, falls Istanbul idyllisch sein kann. Lust rauszugehen habe ich trotzdem nicht. Ich war die ganze letzte Woche auf Achse, immer unterwegs. Wenn überhaupt, war ich nur zum Schlafen zu Hause und der ist definitiv auch zu kurz gekommen! Ich mag mich gar nicht beschweren, ich liebe mein Leben momentan! Es könnte nicht besser sein! Aber kennt ihr das, wenn ihr einfach mal nur den ganzen Tag auf dem Bett liegen wollt und nichts tun? Ich nehme mir heute mal die Zeit, das Netz mal wieder so richtig schön auf die neuesten Posts meiner Lieblingsblogs zu durchforsten. Ich möchte mein Buch endlich in Ruhe weiterlesen und träge sein. Manchmal darf man das! Die Sonne genießen kann ich immer noch in den nächsten Wochen und das Meer läuft mir auch nicht weg... Heute wird ein fauler Tag!
Zu dem faulen Tag möchte ich euch heute einfach mal ein bisschen aus meinem Monat März erzählen. Aufregend, kunterbunt und lebenslustig war er, der Frühlingsanfang und hier ist eine Menge passiert! Nicht nur in meinem Leben, sondern in der ganzen Türkei... 

ERLEBT 
Habe ich diesen Monat eine ganze Menge. Vom typischen Istanbuler Nebel, der seinen Endspurt hingelegt hat, zu emotionalen Protesten in der ganzen Türkei gegen die Regierung, wunderschönen gechillten Tagen mit guten Freunden in Adana während meines Kurzurlaubs und einfach überraschend schönen Kleinigkeiten in meinem Alltag hier. 
Mein Highlight im März war definitiv meine kleine Reise nach Gaziantep und Adana. Vier Tage die Seele baumeln lassen, Gespräche führen, zu denen man sonst nie Zeit hat, viel zu gutes Essen und klare Nächte auf der Dachterasse. Es war ein kleines Stück vom Paradies! 

GEHÖRT
Am meisten gehört habe ich diesen Monat bestimmt die Parteiautos, denn heute sind Kommunalwahlen in der Türkei. Den ganzen März sind Autos der verschiedenen Parteien durch die Stadt gefahren, kein Winkel Istanbuls war sicher und aus den Lautsprechern, die auf den Autodächern befestigt waren, hörte man als Lieder vertont das Wahlprogramm. Ich kann inzwischen schon mitsingen :D 
Meine Musik war ansonsten vor allem Bastille, zumindest solange YouTube noch funktioniert hat. Und dann muss ich euch unbedingt noch ein Lied vorstellen: "kanatlarım var ruhumda" heißt der wunderbare etwas melancholische und gleichzeitig voll guter Laune spritzende Song von Nil Karaibrahimgil. Übersetzt heißt das etwas wie "meine Seele hat Flügel". Der Song ist aus dem Film Bi küçük Eylül meselesi (auf Deutsch: Eine kleine Septemberangelegenheit) und die türkische Jugend hört ihn gerade rauf und runter.

GELESEN
Ich muss ehrlich gestehen, dass ich im März nicht so viel gelesen habe. Womit ich aber angefangen habe und es definitiv auch weiterlesen werde, ist Pippi Langstrumpf. Hauptsächlich, um mein Türkisch zu verbessern. Und es weckt Kindheitserinnerungen, die küçük Pippi Uzunçorap in der Villa Villekulla mit Bay Nilsson ist einfach göttlich!

GEÄRGERT
Ja, auch geärgert habe ich mich im März ganz schön oft. Leider. Nicht über mein Leben im Speziellen, einfach um so allgemeine Sachen, die mir gegen den Strich gehen! Zum Beispiel die Sperrung von YouTube und Twitter in diesen Breiten. Klar, man kann das irgendwie umgehen, aber öffentliche und nicht gegen das Gesetz verstoßende Websites für ein ganzes Land zu sperren gefällt mir ganz und gar nicht! 

GELACHT 
Ich lache gerne und viel. Eigentlich immer, wenn ich glücklich bin, wenn ich tolle Gespräche mit Freunden führe oder einfach nur glücklich durch die Straßen tanze. Ich liebe Humor und kleine Scherze. Ich weiß nicht, wie oft ich im März gelacht habe, oft ohne anderen Menschen verständlichen Grund, aber immer mit Herz und Lebensfreude. Und was mich diesen Monat oft zum Schmunzeln gebracht hat, ist die Serie Gilmore Girls. Eigentlich nichts besonderes, der Alltag einer alleinerziehenden Mutter und ihrer 16jährigen Tochter. Aber mit so viel Charme gestaltet, so lustig und intelligent, dass es nach einem langen Tag einfach die beste Unterhaltung war.

GEDACHT
Ja, dieses Tumblr-Foto sagt es: I chose to be happy! Den Tag genießen und optimistisch zu sein war sicherlich mein Hauptgedanke und mein Ziel für den März. Und ich bin glücklich! Ich bin glücklich und gut gelaunt mit jeder Faser meines Körpers!

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag♥