Samstag, 4. Juni 2016

Weil ich es liebe.

Der Mai ist vorbei - und damit mein erster so richtig freier Monat. Ein guter Anlass, meine Gedanken etwas zu sammeln. Und den Monat Revue passieren zu lassen. 
Anfang Mai war meine mündliche Prüfung - die schrecklichste Prüfung in der Schule, die ich jemals ablegen musste. Es hat einfach nichts gepasst, weder die Themen, noch die Fragen und schon gar nicht die Prüfer. Um über diese Enttäuschung und das damit verbundene schlechtere Abiresultat hinwegzukommen, habe ich lange gebraucht. Ich kann Ungerechtigkeit nicht ertragen und diese Prüfung war mehr als ungerecht. Doch damit habe ich das Kapitel schulisches Lernen vorerst abgeschlossen - und kann mich auf mein Leben, wie ich es leben möchte konzentrieren. In meinem Fall hieß das: Reisen. Kurz nach der mündlichen Abiprüfung bin ich mit einer Freundin nach Kroatien gefahren. Wir wollten einen entspannten Post-Abitur-vom-Stress-Erholungsurlaub machen, hat - bis auf das Wetter - auch super geklappt! Am Meer lang joggen, den Regen prasseln hören, die raren Sonnenstrahlen am Strand genießen, lange Gespräche führen und viel zu viel Toffifee essen. Das war schön! Pünktlich zur Notenverkündung waren wir dann wieder zu Hause. Und als klar war, dass ich in keine Nachprüfung muss, habe ich am nächsten Tag spontan einen Flug nach Istanbul gebucht. Mit meiner besten Freundin. Ihr mein Zuhause zeigen. Die letzte Woche waren wir also in der Stadt am Bosporus unterwegs. Ich habe diese Mischung zwischen vertrauten Wegen und immer wieder neuen Ansichten unglaublich genossen. Istanbul bleibt einfach meine Stadt. So habe ich den Wonnemonat abgeschlossen. Mit vielen Sonnenstunden, Wassermelone im Park, langen Spaziergängen und Erkundungstouren am Wasser.
VERSCHOBEN
Den Führerschein. Mal wieder. Irgendwie schaffe ich es nicht, dieses Projekt endlich mal abzuschließen oder auch richtig zu beginnen.

GELIEBT
Wir laufen durch Istanbul, um einfach zu leben. Wir reden und atmen nebenbei die Atmosphäre. Kein Sightseeing nötig.

GELACHT
Zwei Urlaube mit zwei verschiedenen Freundinnen - so viel Batterieaufladung geht fast gar nicht. 

GEDACHT
"Genau das ist es, was ich will."

GEPLANT
Meinen Sommer ein Stück weit mehr und das, was danach kommt. Ich bin gespannt und freue mich sehr!
ERLEBT
Eine Woche Kroatien bei (fast) nur Regen. Eine Seltenheit zu dieser Jahreszeit dort, wie uns von allen bedauernd mitgeteilt wurde. Aber das macht es gerade besonders!

GELESEN
Ich muss ehrlich gestehen, ich sitze immer noch an einem Buch, welches ich bereits im April angefangen habe. "Camus. Das Ideal der Einfachkeit - eine Biografie". Ich finde das Buch mega interessant und würde es gerne lesen, aber Iris Radisch schreibt recht schwer zugänglich und deswegen ist es weder Gute-Nacht-Lektüre, noch kann ich viele Seiten am Stück lesen.

DIE KLEINEN DINGE
Das Waffelfrühstück, selbst gemacht. Der diesjährige perfekte Urlaubstag - nur zu Hause. Der spontane Besuch einer guten Freundin. Nachts mit dem Fahrrad über die Rheinbrücke fahren. Zeit haben.

Samstag, 30. April 2016

Hageln kann es überall

Der April war ein sehr wichtiger Monat für mich. Man schreibt schließlich nur einmal im Leben seine Abiklausuren. April war also vor allem Unmengen von Lernen. Ich nenne es auch gerne Bulimielernen: Man versucht eine Woche lang, alles in seinen Kopf zu prügeln, saugt alles auf, kotzt es bei der Klausur aus und dann ist alles vergessen. So ging das dreimal mehr oder weniger. Jetzt fehlt nur noch die mündliche. Das heißt aber nicht, dass mich der Schulstress völlig im Griff hatte. Dank diverser familiärer Anlässe hatte ich die Gelegenheit, mal wieder so richtig in der Küche zu stehen. Das Resultat? Vier Torten, eine größer und komplizierter als die andere. Und so ein bisschen relaxen, viele Spaziergänge und so. 
GEFÜHLT
Das Gefühl, bei strahlendem Sonnenschein morgens während des Unterrichts über den Schulhof zu laufen, während alle anderen Unterricht haben, ist der Hammer! Einfach, weil du es kannst. Und weil es der kürzeste Weg zur Eisdiele ist.

ERLEDIGT
Deutsch, Geschichte und Englisch done! Hoffentlich nie wieder in der Form. 

GEBACKEN
Und gekocht. Viele leckere vegane Sachen, diese Torte hier und noch drei andere. Die anderen wären sogar vegan geworden, hätte sich die Sojasahne aufschlagen lassen. Aber ganz ehrlich, irgendwann war mir das dann doch zu langwierig, weil es einfach nicht geklappt hat. Vielleicht in einer ruhigen Backsession nochmal.

GEFREUT
Für mein Bruderherz, das jetzt irgendwie ein bisschen erwachsen ist. Und das mir einen super lieben Geschwisterbrief geschrieben hat, der mich - ohne Scheiß - zum Heulen gebracht hat. Mitten in der Kirche während des Konfirmationsgottesdienstes. 

GEDACHT
Ich brauche Sonne! Und endlich mal wieder Sport.

GEGÖNNT
Erdbeeren. Eigentlich noch viel zu früh, ich weiß. Aber als Belohnung der der dritten Klausur konnte ich nicht anders und sie haben mir meine Mittagspause auf der Arbeit am nächsten Tag erheblich versüßt. 

GELESEN
"Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft" von Volker Weidermann

DIE KLEINEN DINGE
Gutes Essen. Der lange Abend am Fluss mit Lagerfeuer. Morgens von der aufgehenden Sonne geweckt werden. Der lange Spaziergang vor dem Frühstück. Und dabei beim Lieblingsmenschen vorbeischauen und ihn wecken. Tulpen. Kirschblüten.

Mittwoch, 27. April 2016

Torte à la Schwarzwälder Kirsch

Es gab 'ne Menge zu feiern in letzter Zeit. Neben der ganzen Paukerei, versteht sich. und ich habe eine Menge Torten gebacken. Eine davon war eine Torte à la Schwarzwälder Kirsch. Steh ich ja nicht so drauf, auf Schwarzwälder. Aber das war nunmal der Wunsch. Da mir jedoch eine richtige Schwarzwälder Kirschtorte zu kompliziert war, habe ich beschlossen, auf Vorgaben zu verzichten und mir selbst etwas auszudenken. Letztendlich war das vermutlich mehr Arbeit und komplizierter als eine normale Schwarzwälder Kirschtorte, ABER: Sie ist ganz individuell selbst gemacht! Und deswegen ja schon irgendwie cooler als so 'ne Mainstream-Torte!
IHR BRAUCHT
Biskuitboden:
2 Eier
2 EL heißes Wasser
100g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
100g Weizenmehl
1 TL Backpulver

Füllung:
75g gemahlene Mandeln
50g gepopptes Amaranth
70g Agavendicksaft
1 Msp. gemahlene Vanille
1 kleine Prise Salz
40g dunkles Mandelmus
1/2 Löffel Agar-Agar
250g Zartbitterkuvertüre
600ml Schlagsahne
1 Glas Einmachkirschen
1 Päckchen Vanillezucker (optional)
2 Päckchen Sahnesteif

Deckel und Verzierung:
500g Marzipanrohmasse
Puderzucker
rote Lebensmittelfarbe
grüne Lebensmittelfarbe

Backofen vorgeheizt auf 180°C (Umluft oder Ober- und Unterhitze)
1) Für den Biskuitteig Eier und Wasser auf höchster Stufe mit dem Mixer schaumig schlagen (es muss richtig schäumen!). Zucker und Vanillinzucker langsam dazugeben, dann noch ca. eine Minute weiter mixen. Die Hälfte des Mehls und Backpulvers (gleichzeitig bzw. schon vorgemischt) langsam unterrühren. Wenn das alles schön verrührt ist, den letzten Teil genauso unterrühren. Den Teig in eine Springform, deren Boden mit Backpapier ausgelegt ist (niemals die Ränder für einen Biskuitboden fetten!), füllen und ca. 20 - 25 Minuten backen.

2) Nachdem der Boden gebacken ist, ihn kurz abkühlen lassen, dann vorsichtig den Rand der Form lösen, auf einen Kuchenrost stürzen, das Backpapier abziehen und den Boden ganz erkalten lassen. Danach legt ihr den Tortenboden auf einen Teller, macht einen Tortenring drum und beginnt mit der Füllung. Dazu lasst ihr die Kirschen mithilfe eines Siebs gut abtropfen und fangt den Saft in einem Topf auf. Ihr rührt schnell das Agar-Agar unter den Saft und erhitzt dann das Gemisch, bis es anfängt zu köcheln. Etwa eine Minute köcheln lassen und dann zum Abkühlen für ca. zwanzig bis dreißig Minuten in den Kühlschrank stellen.

3) In der Zwischenzeit könnt ihr die Mandel-Amaranth-Schicht vorbereiten. Dafür mischt ihr einfach in einer Schüssel die gemahlenen Mandeln, das Amaranth, den Agavendicksaft, die gemahlene Vanille, das bisschen Salz und das Mandelmus. Mit einer Gabel klappt dieser Schritt am besten. Wirklich fest vermischen! Wenn euer Boden mit dem Kirschsaft drauf abgekühlt ist, könnt ihr das Amaranth-Zeugs einfach drauf kippen und mit den Fingern verteilen und vorsichtig festdrücken, sodass die ganze Fläche bedeckt ist.

4) Nun schmelzt ihr die dunkle Kuvertüre über einem Wasserbad. Sobald sie komplett geschmolzen ist, rührt ihr in einer Schüssel die Kuvertüre und 200ml Schlagsahne zusammen. Das Gemisch lasst ihr dann etwas abkühlen und kippt es dann auf eure Torte. So kommt die Torte dann noch einmal für 30 Minuten in den Kühlschrank.

5) Während die Schokolade im Kühlschrank fest wird, schlagt ihr 400ml Schlagsahne (entspricht zwei Packungen) auf, optional mit Vanillinzucker, und fügt während des Aufschlagens das Sahnesteif hinzu. Die Sahne muss so fest sein, dass ihr sie euch bedenklos über den Kopf haltet! Dann hebt ihr mit einem Teigschaber die Kirschen unter. Wenn die Schokoladencreme fest geworden ist, fügt ihr die Kirschsahne zu eurem Tortenkonstrukt hinzu und streicht die Sahne oben mit dem Teigschaber glatt. Nun kommt das Ganze erneut in den Kühlschrank, während ihr euch Deckel und Verzierung widmet.

6) Für den Deckel knetet ihr ein bisschen Puderzucker unter 250g Marzipahnrohmasse und rollt das ganz (möglichst Kreisrund) mit dem Nudelholz aus. Den Puderzucker verwendet ihr dabei so wie Mehl beim Plätzchen ausstechen. Die zweite Packung Marzipahnrohmasse teilt ihr nun. Die eine Hälfte färbt ihr rot ein und die andere grün. Aus dem roten Marzipan formt ihr Kugeln, aus dem grünen Stängel und Blätter. 

7) Ihr holt die Torte aus dem Kühlschrank und macht vorsichtig (mit einem großen, heißen, nassem Messer zur Hilfe) den Tortenring ab. Die Marzipandecke kommt nun auf euer Konstrukt und zwar so, dass sie sowohl als Deckel fungiert, als auch den kompletten Rand verdeckt. Überflüssiges am unteren Rand schneidet ihr ab. Dann steckt ihr mit dem Zahnstocher in jede rote Kugel ein Loch, drückt dort vorsichtig einen grünen Stängel rein und arrangiert Blätter und Kirschen aus Marzipan auf der Torte. 

8) Genießt die Torte und denkt nicht über Kalorien etc. nach!

Freitag, 15. April 2016

Stadtansichten #5 - Fener und die steile Straße

Fener ist ein Viertel, was eigentlich für die meisten wohlhabenden Türken gar nicht existiert und was doch manchmal einen Weg in diverse Reiseführer findet. Der Grund? Fener hat tolle alte Häuser, nicht unbedingt osmanisch, aber wie bei uns aus wilhelminischer Zeit. Hohe Decken, kleine Balkönchen. Nichts davon ist restauriert, manches kunterbunt und genau das macht den Charme des Viertels aus, weswegen sich doch Touristen hierhin verirren. Eine Ecke ist ganz besonders beliebt bei den Fotografen - die Ecke, wo das Haus sehr schmal ist und die Straße mit gefühlt 90% Steigung den Hang hinabfällt. Fener wird auch deswegen gerade wieder ein bisschen hip, weil eben doch Touristen kommen. Unten, am Goldenen Horn, wenn man sich aufmacht in das Viertel, kommt man an chicen Cafés, trendigen Lädchen, Boutiquen vorbei, etwas alternative Menschen haben sich hier eine kleine Szene eingerichtet.
Hoch über den Gassen thront "Das rote Schloss", die alte griechische Schule Istanbuls. Fener war nämlich seit Byzanz der Hauptansiedlungsort für wohlhabende Griechen in Istanbul. Auch der Sitz des Ökumenischen Patriarchats in Konstantinopel befindet sich dort. Ringt man sich dazu durch, weiter die steilen Gässchen nach oben zu wandern (und die sind wirklich sehr steil!), wandelt sich das Bild. Die Häuser sind die gleichen geblieben. Aber plötzlich bin ich die einzige unverschleierte Frau auf der Straße. Männer in langen Gewändern mit traditionallen Kopfbedeckungen hasten, den Blick auf den Boden gerichtet, an mir vorbei. Aus dem Supermarkt kommen zwei tief verschleierte Frauen. Nachdem die Griechen aus Istanbul vertrieben wurden, wurde Fener zu einem günstigen Wohnviertel für anatolische Einwanderer - die verfallenen Häsuser der Griechen wurden bezogen und das Viertel streng konservativ.
Auf meiner Erkundungstour habe ich Hunger bekommen und so entschließe ich mich trotz der seltsamen Atmosphäre hier, zum Pideci zu gehen und dort zu essen. Auch dort sitzen nur Männer, alle traditionell gekleidet und mit dichten Bärten, die ihre Mittagssuppe schlürfen. Etwas unwohl fühle ich mich schon, aber hey: Das ist jetzt wirklich unverfälscht türkisch und nichts zum Touristenamusement. Ich glaube nicht, dass sich hier schonmal ein Ausländer hin verirrt hat, so wie ich behandelt und beobachtet werde. Das Pide schmeckt gut - dennoch bin ich auch froh, als ich mich wieder nach draußen begebe und auf den Weg in "normalere" Viertel mache.

Montag, 4. April 2016

Lernen und Strukturen

Das Phänomen, was mich hier fern hält, heißt Abitur. Ich lese Texte. Schreibe Lernzettel. Versuche das, was auf den Zetteln steht, in meinen Kopf zu bekommen. Und fange wieder von vorne an. Morgen wird es dann ernst.
Ich möchte nicht behaupten, dass ich unstrukturiert bin oder so. Mein Zeit- und Lernplan hängt fertig über meinem Schreibtisch. Nur den auch einzuhalten gestaltet sich als schwierig. Der Grund dafür ist schlicht und einfach Prokrastination. Ich will lernen. Ich will gute Noten. Ich setze mich an meinen Schreibtisch - und plötzlich ist alle Motivation dahin. Ich bin mit vielen Dingen beschäftigt. Und um ganz ehrlich zu sein, das Abi ist mir zwar sehr wichtig, aber das sind nicht unbedingt die interessantesten Gedanken in Hinblick auf meine Zukunft, mit denen ich mich beschäftige. Was ich für das Abi tun muss, weiß ich. Da brauche ich auch nicht mehr viele Gedanken, denn ich habe ja einen Schlachtplan, was dafür nötig ist. Und deswegen fällt es mir so schwer, dafür etwas zu tun. Bunte Zettel mit Lerninhalten, Kalenderübersichten und Notizen zu gestalten erweist sich dennoch als sehr nützlich. Und auch wenn ich meine Pläne noch nicht so gut einhalten kann, hier also meine Ratschläge für Lernpapiere. 
1. Die Übersicht. Ja, es ist tatsächlich so. Eine Übersicht hilft. Und zwar meine ich damit, für jedes Fach auf ein separates Blatt Papier die Themen zu schreiben, die man lernen muss. Geordnet nach Bereichen und unterteilt in Unterthemen etc. 
2. Kalender. Auch wenn ich die Lernzeiten darauf nicht einhalte, ist es doch sehr motivierend zu sehen, wie viel Zeit ich noch bin zur Klausur habe. Zumindest kann ich so nicht überrascht werden. Nehmt euch ein großes weißes Blatt Papier und macht einen Kalender für die Klausurphase. Jeden Tag ein Kästchen. Nachdem ihr die Kästchen mit Datum beschriftet habt, nehmt euch einen Stift in auffälliger Farbe und tragt als erstes fett eure Klausuren ein. So sieht man auch auf den ersten Blick, wie viele freie Tage man zwischen den diversen Klausuren hat. Ihr solltet euch auch markieren, an welchen Tagen ihr viel Zeit zum Lernen haben werdet und an welchen nicht. 
3. Lernpapiere. Ich unterscheide dabei immer zwischen Inhalt und Methodik (zumindest in den Fächern, wo das nötig ist, wie z. B. Englisch). Dann verschaffe ich mir einen Überblick über das Thema und beginne aufzuschreiben. Bei den Methodikblättern schreibe ich oft auch nützliche Vokabeln dazu.
Ich war nie ein Mensch, der viel gelernt hat. Also so auswendig gelernt hat. Ich lerne schwer, nicht, weil ich es nicht kann, sondern weil ich es nicht gewohnt bin. Meistens reicht es mir, Inhalte ein bis zweimal durchzulesen. Vielleicht könnte ich besser sein, wenn ich diese Inhalte tatsächlich penibel lernen würde. Aber genau an dieser Stelle schwindet meine Motivation. Und deswegen bleibt es bei tollen Lernzetteln ohne viel mit ihnen zu machen.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Denn ich steh drauf.

Die Vorweihnachtszeit ist - trotz allem - meine Lieblingszeit. Ich blühe auf, obwohl doch gar kein Frühling ist. Ich blühe auf, geh fast daran kaputt und dann ist einen Ticken zu früh Weihnachten. Und genau das finde ich super! Kaum haben die Weihnachtsferien dann endlich begonnen (dieses Jahr bei mir sogar schon am 21.12.) stürze ich mich in die Bastelarbeit. In meinen Weihnachtskarten und -briefen steht dieses Jahr: "Ich genieße den vorweihnachtlichen Bastelstress, freue mich auf den familiären Weihnachtstrubel und sehe mit Spannung einem kunterbunten neuem Jahr entgegen." Denn ich steh auf diesen Bastelstress. Ich wäre längst nicht so produktiv, gäbe es diesen Stress nicht. Und umso mehr genieße ich die Ruhe im Weihnachtstrubel nach dem Bastelstress. Stress muss nicht immer negativ sein. Trubel muss nicht immer chaotisch und laut sein. Aber es sind trotzdem Trubel und Stress. Nur eben anders. Dieser Post sollte eigentlich schon am 23. online gehen. Aber dann habe ich es nicht geschafft. Das war mir dann zu viel Stress, der ganz schnell ungesund werden kann. Ich steh auf die Vorweihnachtszeit! Und deswegen backe ich auch morgen Plätzchen. Halt die Rezepte, die ich nicht geschafft habe, vor Weihnachten zu backen. Mein Weihnachten dauert auch nach den Feiertagen noch an. Ich verschenke auch noch Geschenke nach Weihnachten. Kurzum: Ich dehne aus, was mir gefällt. Bis Silvester. Das ist eine super Beschäftigung für die Tage dazwischen. In diesem Sinne wünsche ich allen lieben Menschen, die dies lesen und auf der ganzen Welt von Herzen frohe Weihnachten!
Ketten: Eine Idee von Celine
Weihnachtskarten: Ebenfalls ein DIY von sur la lune
Einhornbild und Kerze: Nun ja, das Einhornbild ist tatsächlich mal meinem eigenen Kreativkopf entsprungen und die Kerze ist das Weihnachtsgeschenk einer Freundin an mich, aus britischer Limonadenflasche und Kerze
Geschenkpapier: Die Verpackung des größeren Geschenks ist inspiriert von coralinart, das kleine Geschenk ist meinem Recyclingwahn zum Opfer gefallen (die Tannenbäume auf dem schon sehr oft verwendeten und tesafilmzerschlissenem Geschenkpapier sahen brauchbar aus, wurden kurzerhand ausgeschnitten und auf blaues Packpapier geklebt)

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Was ich mir wünsche.

Irgendwie geht dieses Jahr wieder alles viel zu schnell. Im Oktober war ich noch ganz euphorisch, dass der Advent bald beginnt. Doch schon bald wuchs mir alles - mal wieder - über den Kopf. Vielleicht idealisiere ich den Advent zu stark, wenn ich an ihn denke. Nur er ist halt nie so, wie ich denke. Ich möchte Zeit haben. Ich möchte mit Ruhe und Freude genießen. Und das wird mir genommen. Oder wird es mir überhaupt genommen? Eins muss ich begreifen: Im Advent steht die Zeit nicht still. Im Advent gibt es auch Alltag. Und es liegt an mir, ob ich die kleinen Besonderheiten finde. Es liegt an mir, dass ich mich über einen Lebkuchen freue. Oder dass ich ihn ganz schnell esse, während ich über den Mathehausaufgaben sitze und mich ärgere, dass ich nicht mehr Zeit habe, ihn zu genießen. Advent bedeutet nicht nur Ankunft, sondern auch Jahresende. Und Enden sind nunmal stressig. Das ist aber irgendwie auch das tolle an Enden. Diese Geschäftigkeit. Würde der Advent ewig gehen - ich würde ihn vermutlich nicht so wichtig nehmen. 
Ich wünsche mir viel. Und oft viel zu viel. Und doch wünsche ich mir vor allem eins: Das ich mir die kleinen Sternstunden bewahre. Sternstunden. Sternminuten. Sternsekunden.